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»Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung.
Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker.«

Offenbarung 15,3 (Luther2017)
Liebe Freunde und Mitglieder unserer Stadtmission,
singen tut gut. Es verändert die Sängerinnen und Sänger. – Tief durchatmen ist wie eine Atemübung, sie fördert die Gesundheit. Auch die Seele der Singenden wird dabei nicht selten berührt. Es ist erstaunlich, gemeinsam singen verbindet, man achtet auf die Stimmen der Mitsingenden.
Es ist kein Zufall, dass bei vielen Treffen von Christen gesungen wird. Auch das alttestamentliche Buch der Psalmen zeigt, Gottes Volk war schon immer eine singende Gemeinschaft. In der hebräischen Sprache wird dies Liederbuch „Loblieder“ genannt. Und im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, ist auch von einer singenden Gemeinschaft die Rede. Sie singt das Lied Moses (über die Befreiung aus der Fremdbeherrschung) und das Lied des Lammes, Jesus Christus (über die Befreiung aus Schuld und Sünde / Zielverfehlung). Sie singen:
Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung.
Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker.

Sie singen noch weiter … Diese singende Gemeinschaft besteht aus Überwindern, aus Unbesiegten. Der Zusammenhang zeigt, sie haben Schweres durchlitten. Sie haben trotz Druck von außen, Verführung, Ungerechtigkeiten und Mangel, weiter auf Jesus Christus vertraut. Obwohl die schweren Prüfungen auf der Erde noch nicht abgeschlossen sind, sie singen, loben und beten Gott im Himmel an. Sie ehren Gott als den vollkommenen Gerechten und uneingeschränkten Herrscher.
Dabei denke ich an die Hugenotten in Frankreich, ihre Verfolgung, Martyrium und Vertreibung. Marie Durand war eine von ihnen. Mit 19 Jahren, drei Wochen nach ihrer Hochzeit, wurde sie (und ihr Mann) am 17. 04. 1730 wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verhaftet. Marie sah ihren Mann nach ihrer Gefangennahme nie wieder. Sie kam nach Aigues-Mortes (Südfrankreich, am Mittelmeer) in den „Tour de Constance“ – Turm der Beständigkeit. Es war der Ort der Bewährung für die junge Frau und ihre Leidensgenossinnen. Dabei wäre es sehr einfach gewesen diesem lebensfeindlichen Ort zu entkommen. Die Rückkehr in die Katholische Kirche war die einzige Bedingung. Aber Marie Durand blieb. “Resister“ (Widerstehen) kratzten die Gefangenen mit einem spitzen Gegenstand in den Brunnenrand. – Erst nach 38 Jahren wurde sie begnadigt. Acht Jahre lebte sie anschließend zurückgezogen in ihrer alten Heimat, bis sie 1776 starb.
Ob Marie Durand mit ihren Mitgefangenen auch Lieder gesungen hat, ist mir nicht bekannt. Aber sie ist mit ihren Mitgefangenen ein Beispiel für Treue im Glauben und Zeugen der Gnade Gottes durch Jesus Christus.
Auch uns soll der Lobgesang zu Gottes Ehre vor lauter unbeantworteten Fragen, herausfordernden Konflikten oder befürchteten, möglichen Einschränkungen, nicht im Halse steckenbleiben. Den Glauben an Gott und Jesus Christus aufgeben ist keine Option. Denn ER ist der Kommende. ER ist unsere Quelle und unsere Hoffnung im Hier und Jetzt und in der Vollendung. – Darum lasst uns nicht aufhören zu singen, einander beizustehen und von der Güte und Gnade Gottes erzählen:
Groß und wunderbar sind Gottes Taten, ER ist der Herrscher über die ganze Schöpfung.
Gerecht und zuverlässig sind seine Wege.
Ihr / euer Friedrich Dittmer





Gefangene Hugenotten im Tour de Constance,
gemalt von Jeanne Lombard – © Musée du Désert



Der in den Brunnenrand gravierte Schriftzug RESISTER

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